Samstag, 27. Februar 2010

wackel, wackel...

Um 3:34 ortszeit am morgen wurde der süden chiles von einem erdbeben getroffen, dass ca. 8,8 auf der richter skala erzielte. in santiago sind einige häuser beschädigt worden und autobahnbrücken sind eingestürzt. der schaden ist groß, jedoch erheblich größer weiter im süden.
Ich danke gott von ganzem herzen, dass außer einer flasche sonnenblumenöl bei uns im haus nichts kaputt gegangen ist. wir waren für ein paar stunden ohne internet und strom, aber mittlerweile ist auch das wieder in ordnung.
für mich war es das erste größere erdbeben meines lebens. ich bin aufgewacht und alles war am wackeln. ich wusste sofort, dass es ein erdbeben war, weil ich während den 6 monate vorher schon aufgewacht war, wenn es nachts mal ein kleines bisschen gewackelt hat. aber dieses mal war es halt viel schlimmer. meine erste reaktion war das regal was umzfallen drohte festzuhalten. als ich jedoch merkte, dass nicht das regal wackelt sondern halt das ganze haus bin ich erstmal ins nebenzimmer gerannt und hab den anderen bescheid gesagt (die natürlich schon lange wach waren). das beben dauerte insgesamt ca. dreieinhalb minuten, wovon ich ca. 2 minuten mitbekommen habe. ich bin in der tür stehengeblieben und hab gewartet bis das beben vorbei war. um ehrlich zu sein, waren meine gefühle ein mix aus angst und faszination. angst einerseits, weil ich absolut keine kontrolle über die situation hatte, nicht wusste was als nächstes passiert, ob das haus hält oder nicht, wie lange es noch dauert etc. und faszination auf der anderen seite, weil es irgendwie ein total irres gefühl war, "standfesten" boden unter den füßen zu haben, trotzdem es sich aber anfühlt, wie wenn das haus auf holzpfosten steht und einer unten ganz droll dran rumwackelt. (so wie bei nem hochbett, wenn man oben schläft). Die ganze geschichte hatte auch eine sehr lustige seite, nämlich, dass mein zimmerkollege stijn (belgien) das ganz quasi verschlafen hat. natürlich ist er auch aufgewacht, aber er dachte, dass ich an seinem bett wackele um ihn zu ärgern (wer würde sowas um halb 4 am morgen tun?!), und er unter einem murrenden "stop it, ben!" sich wieder umgedreht hat und weitergeschlafen hat. er hat einfach einen zu tiefen schlaf, denn er hat auch nichts von den ganzen nachbeben mitbekommen, die noch ca. bis 6 uhr morgens immernoch zu fühlen waren.
die frage ist, was macht man an so einem tag? ich hab gelesen, einige emails auf meinem laptop vorgeschrieben und einfach sachen erledigt. war super! :)
betet auf jeden fall für die vielen opfer des erdbebens und viele chilenische freunde, von denen ich noch nicht weiter gehört habe ob es ihnen gut geht oder nicht.
danke an gott für die super bewahrung!
peace out. benny

Samstag, 6. Februar 2010

Langweilig - oder: wie man die Routine überkommt.

Moin :)
aus Argentinien wieder da und mittlerweile wieder voll im Alltag. Der Februar ist erstaunlich ruhig und es gibt wenige Programmpunkte. Das meiste ist Alltag.
Vor allem im Januar, durch das spannende "Alternativprogramm" hatte ihc nie lust, wenn wir wieder in Santiago waren mit den Routinemäßigensachen anzufangen, also Ministries, Unterricht, Hausaufgaben usw. Die Routine hat mich echt runtergezogen. Ich hab dann da mit meinem Mentor mla drüber geredet. Er hat mich daran erinnert, dass wenn Gott für mich einen anderen Plan hätte und ich hier schon fertig wäre (deshalb war es ja langweilig) dann wär ich nicht mehr hier. So hat er mich dran erinnert, dass jeder Tag wirklich eine Bedeutung hat. Jeden Morgen in meiner Stillen Zeit frage ich Gott nun, was ich denn nun heute lernen "darf"/soll :).
Das hat sich bis jetzt echt super bewährt. Am darauffolgenden Tag schreibe ich dann auf, was ich am vorhergehenden Tag gelernt habe. Bis jetzt war echt immer was dabei! Die ganze Sache hat auch irgendwie einen positiven Schub in der Motivation verursacht und so bin ich nun immer gut bei den Ministries dabei und es macht auch wieder Spaß. Danke Gott :)
Betet, dass Gott mir auch weiterhin coole Sachen zeigt und dass jeder Tag eine neue Herausforderung ist und Spaß macht! Denn schließlich will Gott ja auch, dass wir Spaß am Leben haben ;)
peace out.
Benny