Freitag, 9. April 2010

update...

heyy...
gibt ein paar neue sachen zu erzählen... :) womit fange ich denn an?!
letztes wochenende war ich in talca, einer stadt im süden chile (ca. 3-4 std. mit dem bus von santiago). diese aktion über das osterwochenende war freiwillig und deshalb waren nur 5 leute vom team mit dabei (2 davon leiter). donnerstag abend spät sind wir angekommen und wurden von den familien abgeholt, bei denen wir das wochenende verbrachten. nach einem sehr leckeren abendbrot um 1 uhr morgens bin ich dann um halb 3 tot ins bett gefallen ;).
am nächsten tag haben wir mit dem evangelisieren angefangen. während des ganzen wochenendes haben wir nicht praktisch gearbeitet sondern evangelisiert und den leuten spirituell unter die arme gegriffen. das ganze sah so aus, dass wir vormittags uns in gruppen aufgeteilt haben und in verschiedene gegenden von talca gegangen sind und dort von tür zu tür leute zu den ostergottesdiensten jeden abend und kinderevents am nachmittag eingeladen haben und mit ihnen über die folgen des erdbebens gerdet haben, wie es ihnen im moment geht. außerdem konnten wir für einige leute beten.
nach einem leckeren mittagessen in der kirche sind wir dann auf einen platz im zentrum talcas gegangen und haben dort ein, meiner meinung nach, ziemlich großes kinderevent veranstaltet, mit musik, tanzen, theater, geschichte, basteln und vielem mehr. es waren auch recht viele kinder da was das ganze noch spaßiger gemacht hat.
danach sind wir wieder zurück in die kirche und haben dort onze (abendbrot, aber klein) gegessen, gefolgt von einem 3 std. gottesdienst, der ehrlich gesagt nicht so interesant war... naja... andere länder andere sitten ;). Nach dem Gottesdienst sind wir (fito und ich) wieder zurück mit der familie nach hause und dort haben wir noch mal abendbrot bekommen. lecker :)
nach einer kurzen nacht gings dann am nächsten morgen gleich weiter wie am tag zuvor.
Abends nach dem Gottesdienst sind wir completos essen gegangen. während dessen wurde ester (meine gastschwester) angerufen, denn es wurde spontan ein fußballmatch organisiert jugend santiago vs. jugend talca. es hat richtig viel spaß gemacht mal wieder so richtig zu rennen. danach war ich platt (wir haben um 23:30 angefangen) und bin auch wieder nur tot ins bett gefallen. Nach dem Gottesdienst am Morgen gabs noch ein letztes festmal in der familie und dann haben wir uns im bus aufgemacht zurück nach santiago.
das wochenende war super wenn auch anstrengend. ich habe viele neue leute kennengelernt und gute gespräche führen können.
Ansonsten war die Woche normal. Zwei Ausnahmen gab's: zum einen waren die Eltern von Corine für die letzten 3 Wochen zu besuch. wir hatten einen abend abendbrot zusammen und es war echt nett sie kennenzulernen.
außerdem haben wir einem obdachlosen geholfen. wir sind donnerstag abend außerplanmäßig nach La Vega gefahren und haben ihn ins Krankenhaus gebracht. Als wir ihm am Dienstag gesehen hatte sah er ziemlich ehlendig aus. Er hatte stark entzündete Augen, Durchfall, Lungenentzündung und wie sich später im Krankenhaus auch noch rausstellte Leberversagen.
Da die Nächte hier mittlerweile schon sehr kalt werden hätte er glaube ich nicht mehr lange überlebt, weil ihm alles geklaut wurde. er hatte nur ein t-shirt, keinen pullover, keine jacke - gar nichts. im krankenhaus angekommen mussten wir zunächst einmal warten, weil es sehr, sehr voll war. aber danke naza, einer chilenen, die ich sehr gut aus der kirche kenne und die auch immer dienstags mit nach la vega kommt, kamen wir früher dran, denn sie studiert medizin und hat den praktischen teil ihres studiums genau in diesem krankenhaus. der mann, dem wir geholfen haben (seinen namen habe ich leider nicht verstanden) konnte sich nicht ausweisen und um so mehr war es erstaunlich, dass sie ihn einfach ohne fragen zu stellen behandelt haben. außerdem ist es häufig so, dass nachdem obdachlose behandelt werden, dass sie einfach wieder zurück auf die straße geschickt werden. Wieder hat Gott gewirkt: Naza konnte in der behandlung mit einer krankenschwester reden und hat ihr die ganze geschichte erzählt, wie wir den mann gefunden haben, was wir in la vega machen und so... die Krankenschwester war super interessiert und hat sich super für den Mann eingesetzt, sodass er die Nacht sogar im Krankenhaus verbringen konnte. Wow. Ich war echt glücklich, dass Gott die ganze Aktion so gesegnet hat.
Leider konnten wir ihn am Freitag dann nicht wieder aus dem Krankenhaus abholen, weil wir als Team nach Mendoza gefahren sind, wo ich auf meinem Bett liege und den Blogeintrag schreibe. Es war wieder Zeit die Visa zu erneuern, weshalb wir hier sind. Gleich unter die Dusche und dann lecker Steak essen und nen Bierchen (hier dürfen wir... :D).
hab euch alle lieb! :)
peace out. Benny

Donnerstag, 1. April 2010

Gottes Ruf für meine Zukunft...

Moin :)
Nachdem nun 7 Monate der Zeit hier in Chile rum sind mache ich mir halt schon Gedanken über meine Zukunft und was ich später, vor allem in der Zeit nach Chile machen möchte.
Bis jetzt sah alles so aus, dass ich, wenn ich wieder nach Hause komme im Oktober Anfange zu studieren. Der Plan war, dass ich mich an 4 Unis bewerbe und dann schaue, wo ich angenommen werde. Bis jetzt konnte ich mich noch nicht bewerben, weil die Bewerbungen erst Ende April/Anfang Mai starten, aber auch das hat Gott geführt, denn die letzten paar Tage hat Gott viel zu mir Gesprochen. Ich habe gebetet und er hat mir am Sonntag in der Predigt ganz klar eine Sache aufs Herz gelegt, sodass ich mich entschieden habe hier in Chile zu bleiben. Ich werde zwar zurück kommen für einen Heimaturlaub für ein paar Wochen, werde versuchen weitere Unterstützung zu sammeln. Gott hat mir hier eine Möglichkeit eröffnet, wo ich hier vor Ort in Santiago in einer Kirche in einem musikalischen Projekt mitarbeiten kann, was so eine Art Worshipschule ist. Das hat mich sehr angesprochen, hab gebetet und schon mit meinen Leitern drüber gesprochen und habe mich entschieden, dass ich diesen Weg einschlagen möchte.
Das sind jetzt überwältigende Neuigkeiten für die meisten von euch und viele von euch bekommen den Mund nicht mehr zu und sind schon vom Hocker gefallen, aber macht euch keine Sorgen, denn heute ist ja immerhin der 1. April... Also: April, April! :)
Ich komme brav zurück und so schnell werdet ihr mich dann auch nicht mehr los! ;) hab halt nur gedacht, dass ein kleiner Witz zum 1. April ganz lustig wäre :) hihi. Gelacht? super! dann geht's jetzt los mit richtigen Neuigkeiten!
Heute Abend fahre ich mit einer lokalen Kirche über das Wochenende in den Süden von Chile noch einmal für das Wochenende bis Sonntag. Die Arbeit da wird wahrscheinlich weniger praktisch und wir werden mehr evangelisieren und mit den Kindern arbeiten. Von dem was ich gehört habe wurde Talka, die Stadt wo wir hinfahren, mehr von dem Erdbeben betroffen als Pichilemu, wo wir Anfang März als ganzes Team hingefahren sind. Dieses Event war freiwillig und es sind nur ich und zwei weitere Mädchen von OM die mitfahren und sonst nur Chilenen aus der Kirche. Das wird sicherlich eine super Zeit! :)
Ansonsten waren die letzten Wochen im März sehr schnell vorbei. Wir sind dem normalen Programm gefolgt, waren in den Kinderheimen, bei den Obdachlosen, in den Skateparks und haben die Sachen gemacht, die ihr schon aus früheren Posts oder Rundbriefen kennt.
Als wir Vorgestern bei den Obdachlosen in La Vega Central (so heißt das Viertel, wo wir die Obdachlosen treffen. Es ist wie ein großer Markt, aber überdacht, quasi eine große Halle) war ich das erste Mal in der Gebetsgruppe dabei, die wir nun zum fünften Mal oder so hatten. Da wir mittlerweile eine recht große Gruppe sind (Halleluja!!) sind wir zu viel um alle zusammen zu gehen. Deshalb hat Roel, der Leiter der ganzen Sache, entschieden, dass wir uns aufteilen und eine kleinere Gruppe zu den vier Eckpunkten von La Vega geht und dort betet. Wir beten gegen die bösen Geister von Alkohol, Vergewaltigung, Drogen, Gewalt, Prostitution und alle solche Sachen, die dort leider Alltag sind. Außerdem beten für ein Haus, dass zur Zeit leer steht und das eine sehr coole Location wäre für eine Art Obdachlosenzentrum. Da Agape (Name der Ministry) wirklich sehr stark wächst ist es an der Zeit das ganze einen Schritt weiter zu nehmen und nicht mehr "nur" mit Brot und Suppe zu den Obdachlosen zu gehen, aber das wir auch ihnen ein Platz anbieten können, wo die Bibel unterrichtet wird, wo Leute eventuell arbeiten können und Geld verdienen können. Ich hab die Zeit im Gebet sehr genossen. Wir hatten Spaß und haben gelacht, konnten aber sehr die Gegenwart Gottes spüren und genießen.
Später in der selben Nacht kam es leider zu Ausschreitungen zwischen zwei Gruppen von Obdachlosen, die sich mit Flaschen beworfen haben und mit Eisenstangen geschlagen haben. Wir sind demnach sofort gegangen, weil es einfach zu gefährlich war. Es ist das erste mal in den 7 Monaten in den wir nun nach La Vega gehen, dass so etwas passiert ist.
Betet also für La Vega. Dieser Ort braucht es!
Jetzt setzt ich mich noch an meinen Rundbrief, dass ihr das ganze auch bald in schriftlicher Form in den Händen halten könnt bzw. als pdf auf dem PC haben könnt.
Liebe Grüße
peace out. Benny