Samstag, 12. September 2009

erste volle woche...

nun ist es ja schon fast eine ganze woche her, dass ich das lezte mal geschrieben habe. es war halt viel los.
es liegt jetzt die erste volle woche hinter mir mit allen ministries und training. so wird also der alltag für die nächsten 9 monate aussehen. nicht soo voll wie ich erwartet habe aber es kommen ja auch noch die ganzen hausaufgaben dazu.
wir waren sonntag also das erste mal in der kirche. es war ein sehr langer gottesdienst. war aber trotzdem gut... die lieder haben mir gefallen. sie waren zwar alle auf spanisch jedoch viele bekannte lieder, die einfach nur übersetzt wurden. nach einer sehr langen predigt (40 Min.) von der ich quasi nichts verstanden habe, war der gottesdienst dann vorbei. war ne interesante erfahrung und ich bin gespannt wie die anderen gottesdienste in den anderen kirchen sein werden...
am Montag ging das training so richtig los. es ging los mit cultural training bei sandy henson. sie kommt aus californien und ist mit ihrem mann schon seit 6?! jahren in chile. wir haben hier einen persönlichkeitstest gemacht (ähnlich wie auf der goconference mit chip kirk nur war der hier etwas genauer) um uns selber kennenzulernen, damit wir wissen, wie wir uns in einer fremen kultur verhalten bzw. anpassen müssen.
danach ging es dann zum ersten mal in eines der hogars (kinderheime/waisenhäuser). vorher haben wir nur kurz eine kleine einweisung bekommen, auf was wir achten müsen und dann gings auch schon gleich los. nach einer ziemlich langen busfahrt waren wir endlich am hogar de sion angekommen. so ist der name... in diesem kinderheim sind nur jungen im alter von 5-17 jahren zu finden. die große altersspanne stellt also eine gewisse herausforderung dar. was aber noch viel mehr probleme verursacht ist die sprache. im hogar haben wir mit den kindern dekorationen für den chilenischen nationalfeiertag gebastelt (18. sep.) und damit den gemeinschaftsraum dekoriert. das hat soweit ganz gut geklappt. als dann aber hier und da zankereien aufgetaucht sind konnte man diese nicht unter kontrolle bringen, da einem dazu einfach das nötige spanisch gefehlt hat. generell waren die kinder sehr aggresiv veranlagt, da sie aus wirklichen problem-familien kommen und schon so einiges mitgemacht haben. einige der kinder waren aber auch total offen und sind auf einen zugekommen, haben einen umarmt und wollten sofort spielen. das war auf der einen seite sehr ermutigend aber auf der anderen seite wieder frustrierend, weil man halt wieder nichts verstanden hat, was die von einem wollten. hinzukommt, dass viele der kinder sehr schlechtes und unverständliches spanisch sprechen, dass sogar die unter uns, die schon ein wenig spanisch sprechen können probleme haben.
alles in allem war es jedoch eine erlebenswerte erfahrung. ;) bin mal gespannt was jetzt nächsten montag wieder auf mich zukommt.
Am dienstag fing es morgens an mit Evangelism training. hier haben wir zunächst über kreatitvität geredet. z.b., dass ja jeder von uns kreativ ist. so wurden wir davon überzeugt, dass wir kreativ sind, jedoch jeder in seiner eigenen weise und in seinen eigenen bereichen/begabungen.
am nachmittag um 3 uhr war das erste teammeeting mit den anderen leuten von OM chile (sonst sind wir hauptsächlich mit den leuten zusammen die das IT betreuen und haben nicht so viele mit dem feldleiter, dem buchhalter oder communications manager zu tun). dort haben wir ein wenig geworshipped, eine echt ermutigende botschaft gehört und zusammen gebetet für verschiedene gebetsanliegen, die jeder geteilt hat.
nach dem abendbrot ging es dann mit roel (niederländer, arbeitet für "jugend mit einer mission" in chile an seinem eigenen projekt mit obdachlosen, welches er zusammen mit seiner freundin nati gegründet hat. es heißt agape und wir helfen da mit) nach la vega, einem stadtteil nörlich des zentrums von santiago, wo die meisten der obdachlosen auf der straße leben. dieser abend war bis jetzt der wohl eindrucksvollste bis jetzt hier in chile. zu sehen, wie die leute da leben ist eine sache, dann auf sie zuzugehen und mit ihnen zu sprechen ist wieder eine ganz andere. roel hat zu beginn gesagt, dass für viele der obdachlosen einsamkeit die größte armut ist, da man auf der straße hauptsächlich auf sich alleine gestellt ist und niemandem trauen kann. dann zu sehen, wie wenig es nur braucht auf die leute zuzugehen und mit ihnen zu reden und mit ihnen zu beten war dann echt beindruckend. normalerweise geht man an den obdachlosen in unseren straßen vorbei und hofft, dass sie einen nicht anbetteln, damit man kein schlechtes gewissen haben muss, wenn man ablehnt und einfach weitergeht. aber hier hab ich gemerkt, dass diese menschen auch menschen sind. sie haben eine eigene geschichte, die sie gerne erzählt haben und waren sehr interessiert, wo wir denn herkommen und was wir so machen. wieder war die sprache eine sehr große frustration, weil man echt mit ihnen reden wollte, aber nicht in dem umfang konnte, wie man oder ich es mir gewünscht hätte. am ende, als wir uns dann wieder verabschieden mussten konnte man echt merken, dass wir zu diesen leuten ein licht gebracht haben. auch wenn wir nicht mit ihnen wirklich reden konnten, haben wir ihn gesellschaft und ein lächeln geschenkt, was für diese leute schon sehr viel bedeutet. und es war echt ermutigend zu sehen, wie viel das bewirkt. wenn man dann noch drüber nachdenkt, dass man über 9 monate in dieser arbeit persönliche beziehungen zu diesen menschen knüpfen kann bin ich jetzt echt motiviert nächste woche da wieder hinzugehen und diesen menschen von jesus zu erzählen und ihr leben zu verändern.
Am Mittwoch fingen wir dann morgens an mit bible studies. hal hensson hat die mit uns gemacht. es war sehr spaßig und intersant, bin jedoch gespannt, wie es weiter geht. wir haben zunächst über grundlegende sachen gesprochen, wie man die bibel studiert und worauf es ankmomt. später hatten wir dann ein hogar training, wo wir lieder gelernt haben, die wir mit den kinder singen können und spiele, damit wir die programme für die kinder so kurzweilig und interesant wie möglich machen können.
am donnerstag waren vormittags die ersten mentor-conversations. hal ist mein mentor (er ist übrigens der mann von sandy, die das cultural training macht) und wir haben uns nach californischer manier in einem mcdonalds getroffen um bei coke und sprite zu plaudern... ;)
das erste meeting war zunächst mehr eine kennenlernphase, dennoch war es ein gutes gespräch und ich hatte das gefühl, dass ich echt offen zu ihm sein konnte und er meine probleme versteht. auch hier bin ich gespannt, wie das zweite gespräche wird. allerdings erst in zwei wochen...
nachmittags hatten wir erneut ein hogar training. diesmal haben wir die lieder wiederholt und das erste mal selber ein programm entworfen, was wir dann am montag mit den kindern im hogar machen werden.
freitag morgen hatten wir wieder hogar training. diesmal haben wir jedoch mehr über die probleme der kinder gesprochen, aus was für familien sie kommen, wo diese probleme alle ihren ursprung haben/haben könnten und was wir als missionare tuen können um ihnen zu helfen. das war echt ne lange liste und es wird eine menge arbeit sein daran zu arbeiten. zunächst auch deshalb, weil man meiner meinung nach erst wieder beziehungen zu den kindern aufbauen muss, damit sie einem vertrauen, dass man ihnen was erzählen kann und sie es dann auch glauben. häufig ist nämlich das problem, dass wegen der kultur immer den eltern mehr glauben als irgendwem anders. und wenn die eltern dann halt nen schwachsinn erzählt haben und das ganze leben der eltern überhaupt kein vorbild ist, dann ist es echt schwer an so ein kind heranzukommen.
am nachmittag hatten wir ein prayermeeting mit den leuten vom IT. hier haben wir für unterschiedliche sachen gebetet und ein bisschen geworshipped. ein prayermeeting halt... ;)
danach hat yerko und "seine" skater ministry vorgestellt. er hat sie vor einigen jahren auf die beine gestellt und hat echt schon einiges erreicht. zum einen arbeitet er mit revolution bmx zusammen, eine ministry bei der bmx legenden (echt totale professionals, die die besten der welt waren/sind) ihre tricks vorführen und dabei von ihrem glauben erzählen. außerdem geht er selber mit einigen christlichen skater freunden in skaterparks und knüpft dort kontakte um in einer ungezwungenen umgebung von seinem glauben zu erzählen. wir waren dann selber auch noch in einem skater park und konnten auf skate boards ein bisschen ausprobieren. das hat auch sehr viel spaß gemacht. blöd nur, dass ich mich einmal hingelegt habe und mich ein wenig verletzt habe. aber alles halb so wild... ;)
heute hab ich dann ausgeschlafen und mit mom und dad geskyped und nun den blog eintrag geschrieben. heute abend gehts dann wieder zu ner jugendgruppe und morgen wieder zur kirche.
das war jetzt ein langer eintrag. ich hoffe, dass er wenigstens einigermaßen interessant war und er euch nicht zu sehr gelangweilt hat. wenn ihr noch irgendwelche fragen habt, dann fragt. schreibt ne mail, bei facebook oder post. die adresse hier ist:

Benjamin Tammen
OM Chile IT team
PO Box 534-3
Santiago
Chile

wenn ich jetzt mal öfter schreibe, dann werden die einträge auch nicht so lang... ;)
peace out. benny

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